Jens Spahn: Hartz-IV-Kinder haben schließlich keine Hungerbäuche!

Der künftige CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn hat den deutschen Tafeln offiziell bescheinigt, dass sie eigentlich überflüssig sind. Da es in Deutschland keine Armut gibt, schlagen sich die vielen Tafel-Kunden anscheinend aus reiner Langeweile die Zeit in den Warteschlangen um die Ohren.
Niemand muss in Deutschland hungern, wenn es die Tafeln nicht gäbe“, so der Politiker.
Außerdem sei mehr ja immer besser, aber schließlich müsse man auch daran denken, dass der Steuerzahler die Sozialleistungen finanziere.
Ja, das haben die Hartz-IV-Leistungen mit den Abgeordnetendiäten gemeinsam: Der Steuerzahler muss die Gelder erwirtschaften.
Unterschied: Bei den Politikern entscheiden die Empfänger selbst, was angemessen und notwendig ist. Das ist ein ganz anderes Bedürftigkeitsniveau!
Hartz-IV ist laut Spahn nicht mit Armut gleichzusetzen – jedenfalls nicht mit absoluter Armut. Solange Kinder aus Hartz-IV-Familien nicht mit Hungerbäuchen herumlaufen, ist doch alles in Ordnung, oder? Alles eine Sache der Perspektive: Von oben betrachtet sehen die Regelleistungen gar nicht so schlecht aus. Kulturelle Bedürfnisse, der gleichberechtigte Zugang zu Bildung oder mal ein neues Kleidungsstück werden völlig überbewertet. Alle können sich halt nicht alles leisten. Wir haben schließlich immer noch eines der besten Sozialsysteme der Welt!
Bald steigt Jans Spahn vom Staatssekretär zum Minister auf.  So ist das mit der Gerechtigkeit auf Erden: Nicht jeder bekommt das, was er verdient – und umgekehrt!

Bildquelle: Olaf Kosinsky, Jens Spahn CDU Parteitag 2014 by Olaf Kosinsky-4CC BY-SA 3.0 DE