Zigaretten-Schockbilder: Supermärkte setzten Kassenpsychologen ein

Seit dem 20. Mai 2016 müssen Zigarettenpackungen in Deutschland mit Schockbildern bedruckt sein.
Das Ziel der entsprechenden EU-Verordnung besteht darin, möglichst viele Tabak-Junkies vom Rauchen abzubringen bzw. Jugendliche von der Zigarette gänzlich fernzuhalten.
Die Darstellung faulender Raucherbeine, schwarzer Zahnstümpfe oder kaputter Lungen ist in der Tat abstoßend und nichts für zartbesaitete Gemüter.
Gerade Kinder, die beim Einkaufen mit den Bildern im Kassenbereich konfrontiert werden, reagieren sehr sensibel.
Immer mehr Eltern beschweren sich darüber, dass ihre Sprösslinge nach dem Besuch im Supermarkt nachts einnässen und eine übermäßige Schreckhaftigkeit zeigen.
Auch Kindergärten berichten von Flashbacks, wenn die Kleinen beim Spielen mit dem Kaufmannsladen an der Holzkasse stehen.
Große Supermarktketten reagieren deshalb mit der Anstellung sogenannter Kassenpsychologen.
Psychotraumatologen stehen nach dem Einkauf im Kassenbereich für Therapie- und Beratungsgespräche zur Verfügung und sollen so nachhaltige Traumatisierungen vermeiden.
Peter Profitler vom Verband der Supermärkte: „In der umsatzstarken Kassenzone besteht leider keine Möglichkeit, die Kinderleckereien von den Tabakwaren zu trennen. Unsere Fachleute haben errechnet, dass der Einsatz von Psychologen die wirtschaftlichste Lösung darstellt.